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Eifeler Hunde suchen ein Zuhause

Bislang gibt es weder in der Vulkaneifel, noch im Eifelkreis ein Tierheim. Der Verein „Tiere in Not“ will das ändern. Keine leichte Aufgabe: Denn noch gibt es keine Räumlichkeiten, keinen Träger und keine Zusage für die Unterstützung der Kreisverwaltungen.

Von Christian Altmayer

Bitburg/Prüm/Daun Wenn jemand seinen Hund nicht mehr haben will, ruft er bei Eveline Maus an. Die Kölnerin, die in Birgel an der Oberen Kyll, lebt, nimmt Vierbeiner auf, die ihren Herrchen zur Last fallen. Sechs Schützlinge leben derzeit bei ihr. Viele Hunde vermittelt sie mit ihrem Verein „Tiere in Not“ in private Pflegestellen oder in Pensionen nach Wallersheim und Hillesheim.

Doch ihre Kapazitäten und die ihrer Mitstreiter kämen an ihre Grenzen. Jährlich fallen dem Verein für die Versorgung von Abgabe- und Fundtieren Kosten von rund 50 000 Euro an. Das Futter, die Pensionskosten, die Besuche beim Tierarzt – all das sorgte für Ausgaben, die der Verein bislang über Mitgliedsbeiträge und Spenden stemmt. Doch so könne es nicht weitergehen.

Das Problem: Bislang gibt es keine Alternative. Denn ein Tierheim gibt es bislang weder in der Vulkaneifel noch im Eifelkreis. Die nächsten Einrichtungen liegen in Trier, Mayen und Altrich, bei Wittlich. Doch auch die seien zum einen überfüllt und zum anderen schlicht zu weit weg. Mehr als eine Stunde müssen Menschen aus dem Raum Prüm oder Gerolstein fahren, wenn sie ein Tier unterbringen oder aufnehmen wollen. Und dies sei nicht zumutbar. „Wir brauchen dringend ein Tierheim in der Eifel“, sagt Maus.

Und deshalb will der Verein sich nun selbst der Sache annehmen. Im März haben die Mitglieder eine Petition für die Gründung eines Tierheims gestartet. Die Unterschriftenlisten finden sich im Netz, liegen aber auch bei Tierärzten und anderen Einrichtungen aus. Etwa 1000 Stimmen habe Maus bislang gesammelt, sagt sie. Aber es sollen mehr werden. Denn sie weiß, wenn sie die Kreisverwaltungen um finanzielle Hilfe bitten will, muss sie die Rückendeckung von vielen Unterstützern nachweisen können. Ein erstes Gespräch mit dem Landrat des Vulkaneifelkreises Heinz-Peter Thiel habe es bereits gegeben, sagt Maus. Zusagen seitens der Verwaltung seien dabei allerdings nicht gemacht worden. Auf Anfrage des TV schickten die  Verwaltungssprecher beider Eifeler Kreise unserem Reporter zwei identische Antworten zu. Der genaue Wortlaut: „Die Tierschutzvereine und Tierheime der Region leisten hervorragende Arbeit. Da bei uns bisher keinerlei konkrete Informationen über die Errichtung eines Tierheims im nördlichen Teil der Eifel vorliegen, kann zu einer eventuellen finanziellen Unterstützung zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden.“ Persönlich äußern wollen sich die beiden Landräte nicht. Doch nicht nur an der Unterstützung der Kreise mangelt es Maus’ Verein noch. Auch die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in der Eifel wird sich voraussichtlich schwierig gestalten. Wer Hunde, die zuweilen ja auch laut bellen, unterbringen will, muss nämlich den Lärmschutz beachten. Und hier ist die Gesetzeslage besonders streng: Nahe an Siedlungen dürfen keine Tierheime gebaut werden.

Einen Träger hat Maus für ihr Projekt bislang auch noch nicht gefunden. Sie führe aber Gespräche mit Tierschutzvereinen und Sponsoren. Ihr Verein allein könne den Betrieb eines Tierheims nicht stemmen.

Die Petition ist online unter openpetition.de/petition/online/tierheim-im-vulkaneifelkreis-kreis-bitburg-pruem-benoetigt zu finden

Info

Der Verein

Der  Verein „Tiere in Not“ wurde 1992 von Tierschützern aus Nordrhein-Westfalen gegründet. Tätig ist die Gruppe seitdem im Kölner und Hürther Land, aber auch in der Eifel.

Die Mitglieder nehmen Abgabetiere auf, kümmern sich um Verpflegung und medizinische Versorgung. Sie vermitteln Hunde, Katzen und Nager, bringen sie bei privaten Pflegestellen oder in Pensionen unter.

Der Verein erhält keine öffentliche Unterstützung. Er finanziert sich allein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

07.05.2018 / Prümer Zeitung / Seite 11 / Eifel